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Selbstständig mit der mobilen Fußpflege-Praxis

Die meisten unserer Absolventen, immerhin 75%, beginnen ihre Karriere zunächst mit einer mobilen Fußpflegepraxis. Die Gründe hierfür sind einleuchtend, spart man sich die festen Kosten für Raummiete, Strom und die damit verbundenen Einrichtungskosten. Diesen Einsparungen gegenüber stehen Investitionen für die Ausstattung eines mobilen Fußpflegekoffers, die Fahrtkosten und ein zuverlässiges KFZ zum Erreichen des Arbeitsortes.

Mit einer mobilen Fußpflege-Praxis haben Sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber der niedergelassenen Praxis. In Seniorenresidenzen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Einschränkungen herrscht oftmals ein erheblicher Bedarf an professioneller Fußpflege. Die eingeschränkte Mobilität der Patienten macht es Ihnen als mobile Fußpflegerin möglich, auch diese Kunden zu behandeln.

Bei einer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich im Vorfeld Gedanken machen, ob Sie Ihre Tätigkeit nur auf eine mobile Fußpflegepraxis beschränken wollen!? Empfehlenswert ist, bei der Gewerbeanmeldung neben der mobile Fußpflege auch eine Praxis anzumelden, die vorerst von Ihrem Wohnort aus laufen kann.

Weitere wichtigsten Punkte sind die Fragen zur Kranken- und Rentenversicherung, die Berufshaftpflichtversicherung sowie die Frage, ob man die Kleinunternehmerregelung für sich nutzen möchte. Auf diese Punkte gehen wir anschließend noch genauer ein. Bedenken Sie auch, das Sie als Gewerbetreibender Mitglied einer Kammer (HWK, IHK) werden müssen. Zunächst widmen wir uns aber der Ausstattung der mobilen Fußpflegekabine.

Der mobile Fußpflegekoffer

Die Ausstattung der angebotenen Koffer und Fräser sind so individuell wie Hersteller und Fußpfleger gleichermaßen. Hier lohnt es sich vorab einige Modelle genau anzuschauen, das Handstück einmal anzufassen und sich auch von den Abmaßen, dem Gewicht und der Aufteilung der favorisierten Kofferlösung zu überzeugen.

Berücksichtigen Sie auch Leasing als Option – die Angebote der Hersteller sind oftmals interessant und lindert die Einstiegskosten zu Beginn der Selbständigkeit, ohne auf Qualität und professionelles Equipment verzichten zu müssen. Drei Faktoren entscheiden unabdingbar über die Zukunft eines guten mobilen Fußpflegekoffers: Wie schwer ist der Koffer tatsächlich? Wie kräftig und gut ist die Lupenleuchte? Wie leise arbeitet der Motor? Der tollste Koffer nutzt Ihnen nichts, wenn Sie ihn nicht komplikationslos von A nach B tragen können. Der Hochleistungsfräser ohne Lupe und Licht lässt Sie im Dunkeln tappen. Ab ca. € 1800,- sind Fußpflegekoffer für den mobilen Einsatz erhältlich.

Für die Ausbildung in der med. Fußpflege an der Fußpflegeschule Schäfer stehen Ihnen 9 vollausgestatteten Fußpflegekabinen unterschiedlicher Hersteller zur Verfügung. Sie lernen während Ihrer Ausbildung bereits die Möglichkeiten einer mobilen Fußpflegestation kennen, aber auch das Arbeiten an einer herkömmlichen stationären Arbeitsplatzsituation. Konzeptionell steht Ihnen neben der mobilen Fußpflege, Standartkabinen und Luxus-Arbeitsplatz mit höchstmöglichem Komfort für Kundin und Fußpflegerin zur Verfügung.

Krankenversicherung

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind relativ hoch und müssen unbedingt eingeplant werden. Wenn Sie keine private Krankenversicherung abschließen möchten, was aus einigen Gründen durchaus sinnvoll sein kann, bleibt eine freiwillige gesetzliche Versicherung. Hierbei entstehen jedoch für Sie als Selbständige gefühlt die doppelten Kosten, weil Sie sowohl den Arbeitgeber- wie auch den Arbeitnehmerteil tragen müssen. Beiträge in Höhe von 300,00 Euro und mehr sind keine Seltenheit.

Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage liegt im Jahr 2013 bei 2021,25 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen kann diese auch reduziert werden. Hierfür sprechen Sie im Einzelfall bei der zuständigen Krankenkasse vor.
Existenzgründerinnen können einen Gründerzuschuss beantragen. Hier lohnt die Rücksprache mit dem Arbeitsamt.

Wenn Sie sich neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung selbständig machen, bleiben Sie in der Regel über Ihre Haupttätigkeit versichert. Ebenso gilt die Familienversicherung bei verheirateten Paaren bis zu einer gewissen Einkommensgrenze, so dass sich hier auch Beiträge sparen lassen. Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse und ggfls. bei einem Steuerberater.

Kleinunternehmerregelung – ja oder nein?

Als Gewerbetreibender müssen Sie generell auf Dienstleistungen und Produkte Umsatzsteuer, die sogenannte Mehrwertsteuer, an das Finanzamt abführen. Parallel dazu können Sie die Mehrwertsteuer, die Sie selbst auf Dienstleistungen und Produkteinkauf gezahlt haben, rückerstattet bekommen.

Wer sich dazu entschließt, die Kleinunternehmerregelung zu beanspruchen, bindet sich an diese Entscheidung für 5 Jahre und bis zu einem Jahresumsatz von € 17.500. Sie müssen nun keine Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen, können aber parallel dazu auch keine geltend machen. Im Jahr der Existenzgründung werden in der Regel einige Anschaffungen nötig. Auf alle diese Einkäufe sind 19% Mehrwertsteuer zu zahlen. Überlegen Sie also genau, ob sich die Kleinunternehmerregelung für Sie lohnt. Wenn Sie mehr Umsatz machen als ursprünglich geplant, ist eine Nachforderung der Umsatzsteuer durch das Finanzamt möglich. Idealerweise halten Sie hierzu im Einzelfall Rücksprache mit einem Steuerberater.