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Fußpflege oder Podologie?

Pediküre, medizinische Fußpflege, kosmetische Fußpflege, medizinischer Fußpfleger, staatlich geprüfter Podologe oder Fachfußpflegerin – was bedeuten die unterschiedlichen Bezeichnungen und wo sind die Unterschiede? Was leisten die Einzelnen? Was darf der Podologe, was der Fußpfleger nicht darf – und warum?

Die Fußpflegeschule Schäfer bringt Licht ins Dunkel und hat die Ausbildung in der Medizinischen Fußpflege der des Podologen gegenübergestellt.

Der Podologe absolviert eine staatlich geprüfte Berufsausbildung, die sowohl in Vollzeit (2 Jahre) wie auch in Teilzeitlehrgängen (3 Jahre und mehr) an staatlich anerkannten Fachschulen angeboten wird. Die Ausbildung zum Podologen ist ein bundesweit einheitlich geregelter schulischer Ausbildungsberuf und umfasst in der Regel 2000 Stunden Unterricht in Theorie- und Praxis sowie 1000 Stunden Praktika.

Voraussetzung für die Ausbildung in der Podologie ist der Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Der Lehrplan der staatlich anerkannten Ausbildung sieht neben den fachbezogenen Unterrichtseinheiten einige allgemeinbildende Fächer vor. So umfasst die Podologie-Ausbildung Unterricht in den Fächern Dermatologie, Pathologie, Physiologie, Anatomie, Rehabilitation, Notfallmedizin, Arzneimittellehre, Rechtskunde und fachbezogene Chemie. Aber auch in Pädagogik, Staatskunde, Psychologie und anderen Theoriefächern findet Unterricht statt.

Die Abschlussprüfungen finden in Theorie und Praxis statt. Darüber hinaus ist eine mündliche Abschlussprüfung vor dem Regierungspräsidium abzulegen.

Der Beruf des Podologen ist ein nichtärztlicher Heilberuf am Fuß mit einer geschützten Berufsbezeichnung. Die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung zum Podologen/zur Podologin berechtigt zum Führen des Titels „Podologe/Podologin bzw. med. Fußpfleger/med. Fußpflegerin“.

Mit dem Inkrafttreten des Podologengesetzes (PodG) vom 02. Januar 2002 sollte eine bundesweit einheitliche Regelung im Umgang mit der med. Fußpflege gefunden werden. Eindeutige Klarheit gibt das Gesetz allerdings nur bei der Berufsbezeichnung. Demnach darf nur ein Podologe die Berufsbezeichnung med. Fußpfleger oder med. Fußpflegerin führen.

Die Tätigkeit in der med. Fußpflege ist durch das PodG nicht eindeutig geregelt. Auch die Werbung mit der Dienstleistung „med. Fußpflege“ ist durch das PodG nicht hinreichend definiert. In einigen Bundesländern haben Urteile verschiedener Oberlandesgerichte entschieden – darunter das OLG Hamm (Urteil vom 03.02.2011, Az.: 4 U 160/10), das mit der Dienstleistung „medizinischen Fußpflege“ nur Podologen werben dürfen. Hintergrund ist u.a. die Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung. Anders haben das in der Vergangenheit obergerichtliche Instanzen in Frankfurt und Naumburg gesehen – nach deren Auffassung ist das Werben mit der med. Fußpflege auch Nicht-Podologen gestattet. (OLG Frankfurt a.M, Urteil vom 7. Juni 2005 – 14 U 198/04; OLG Naumburg, Urteil vom 4. März 2004 – 7 U (Hs) 58/03). Das OLG Celle (OLG Celle, Urteil vom 15.11.2012, Az.: 13 U 57/12) kann in einem Urteil aus dem Jahr 2012 die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung auch nicht erkennen und sieht einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufsfreiheit des Fußpflegers (Art. 12 GG) gegeben. Also auch hier ist das Werben mit der Dienstleistung med. Fußpflege auch Fußpflegern erlaubt. Endgültige Klärung ist vom BGH zu erwarten.

Im Gegensatz zu dem Fußpfleger oder Fachfußpfleger, der eine Ausbildung an einer Privatschule (Fußpflegeschule) genossen hat, ist der Podologe z.B. berechtigt, einen nichtärztlichen Heilberuf auszuüben, Diagnosen zu stellen und über Rezept mit den Krankenkassen abzurechnen.

Die Ausbildung zum Podologen ist mit hohen Ausbildungskosten verbunden. In der Regel und je nach Schule liegen die Kosten zwischen ca. € 10.000 und € 15.000. In gewissen Fällen ist die Ausbildung förderfähig. Hierüber informieren die Ausbildungsstätten.

Auch das Anforderungsprofil an eine Podologie-Praxis ist durch die Gesetzgebung geregelt und erfordert im direkten Vergleich mit dem Investitionsvolumen für eine Fußpflegepraxis erhebliche Mehrkosten. So muss der Podologe im Hinblick auf die Instrumentenaufbereitung zwingend mit dem Autoklav arbeiten, der Fußpfleger kann dafür das deutlich günstigere Heißluftsterilisationsverfahren nutzen.

Die Verdienstmöglichkeiten sind bei den Podologen wie auch bei den Fußpflegern stark abhängig von der Position und der Tätigkeit, in der sie eingesetzt sind. In eigener Praxis oder selbständig tätig unterscheiden sich die Gehälter stark vom Angestelltenlohn. Auch die Berufserfahrung und der Weiterbildungswille spiegeln sich im Gehalt wieder. Für die Dienstleistung einer kosmetischen Fußpflege können beide Berufsgruppen, unabhängig vom Grad der Ausbildung, z.B. zwischen € 20 und € 28 in Rechnung stellen. Bringt der Patient „Problemfüße“ mit, kann die Rechnungsstellung auch deutlich höher ausfallen. Je nach Aufwand können bei Patienten, die z.B. starke Verhornungen und Pilznägel haben, bis zu € 45 berechnet werden.

Benachteiligt sind in diesem Fall die Podologen, wenn sie über eine Krankenkasse abrechnen müssen. Krankenkassen erstatten zwischen € 26 und € 28 für eine med. Fußpflege mit einem vorher definierten Zeitaufwand von 55 Min. Ohne den vermeintlichen Vorteil der Kassenabrechnung ließen sich bis zu € 45 umsetzen.

Klare Vorteile haben Podologen dann aber bei der Abrechnung von Spangen und Orthesen durch die Krankenkassen. Auch das Anbringen von Stützverbänden (eine Dienstleistung, die nur Podologen, Ärzte und Heilpraktiker dürfen) kann auch über die Kasse abgerechnet werden.

Die private Ausbildung in der med. Fußpflege unterliegt, anders als die Ausbildung in der Podologie, keinen offiziellen Richtlinien. Umso sorgfältiger muss die Wahl des Ausbildungspartners erfolgen, um eine fundierte Fußpflegeausbildung sicher zu stellen.

Die Fußpflegeschule Schäfer bietet mit den Lehrgang in der „medizinischen Fußpflege“ oder den zertifizierten Lehrgang in der „medizinischen Fachfußpflege“ eine fundierte und solide Grundlage in der Erhaltung der Fußgesundheit sowie in der Behandlung von Problemfüßen an. Sie können diese Ausbildung im Intensivkurs als Kurzzeit-Ausbildung mit einer Dauer von 11 bzw. 14 Tagen absolvieren. Sie können die Ausbildung auch im Samstagskurs über 11 bzw. 14 Wochen buchen.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in der Fußpflege-Ausbildung überwiegend praktisch und an realen Modelkunden. Nur so erfahren und erleben Sie während der intensiven Ausbildung Ihr späteres Tätigkeitsfeld und Aufgabengebiet hautnah. Untermauert und ergänzt wird das fachpraktische Know-how durch begleitenden Theorieunterricht. Hier stehen Anatomie, Hygiene sowie Dermatologie weit oben auf dem Lehrplan.

Als Fußpflegerin sind Sie am Ende der Ausbildung in der Lage, eine Vielzahl bekannter Fußprobleme zu behandeln. Dabei arbeiten Sie immer mit unblutigen Methoden, stellen keine Diagnosen und haben nie den Anspruch an eine Heilbehandlung! Sie lernen, eingewachsene Nägel zu behandeln, Hühneraugen zu entfernen oder Holz-, Pilz und Nietnägel ab zu tragen. Hierbei reduziert sich Ihr Arbeitsumfang immer auf Ihre fachlichen Möglichkeiten. So entsprechen Sie z.B. beim Abschleifen von Pilznägeln einem ästhetischen Bedürfnis Ihrer Patienten. Eine Heilbehandlung ist durch unsere Tätigkeit nicht gegeben.

Als Fachfußpflegerin wird Ihr fundiertes Wissen durch die Ausbildung in der Spangentechnik und der Orthose professionell erweitert. Auch die Ausbildung in French Pediküre mit UV-Gel gehört zum Ausbildungsinhalt, wenn Sie sich für die Fachfußpflege entscheiden haben.

Eine private Ausbildung in der medizinischen Fußpflege ist ein schneller Weg in die Berufstätigkeit. Achtung: Gerade bei den sogenannten Kurzzeit-Ausbildungen darf nicht auf Qualität verzichten werden! Anbieter, die mit einer erfolgreichen Ausbildung in 5 Tagen oder weniger werben, sind mit besonderer Vorsicht zu genießen. Die Wahl eines soliden Ausbildungspartners ist nicht leicht, aber von entscheidender Bedeutung!

Die Kosten der Ausbildung in der med. Fußpflege liegen, je nach Fußpflegeschule, zwischen € 1000 und € 2000. Hinzu können Kosten für ein Instrumentenset kommen, das Sie auch nach der Ausbildung brauchen. Achten Sie bitte bei diesen Sets unbedingt darauf, nur Marken-Instrumente deutscher Hersteller zu kaufen. Billigprodukte aus China und Pakistan haben sehr oft erhebliche Qualitätsmängel und entsprechend eine Haltbarkeit von wenigen Monaten. Instrumente namhafter deutscher Hersteller können Ihnen auch 30 Jahre erhalten bleiben.

Einige Schule erheben eine Einschreibe- und Prüfungsgebühr. In vielen Fällen sichern Sie sich den Ausbildungsplatz mit der Einschreibegebühr. Die Prüfungsgebühr zahlt auch nur der, der an einer Abschlussprüfung teilnehmen will. Dagegen ist also nichts zu sagen. Lassen Sie sich unbedingt die Gesamtkosten der Ausbildung nennen – so ersparen Sie sich böse Überraschungen.

Die Kosmetik- und Fußpflegeschule Schäfer ist seit mehr als 60 Jahren in der Kosmetik- und Schönheitspflege als einer der besten Ausbilder Deutschlands bekannt. Höchste Ausbildungsqualität, ständige Weiterentwicklung und Verbesserung sowie Lehrgänge mit einem hohen Praxisanteil und ausgereiften Lehrplänen sprechen für sich.

Eine qualitative Ausbildung, die Sie fit macht für die Praxis und den „Job am Fuß“ ist Ihnen gewiss! Dabei liegen die Kosten für eine Ausbildung in der medizinischen Fußpflege deutlich unter den Ausbildungskosten der Podologen. Auch im Vergleich zu anderen Fußpflegeschulen liegen die Kosten der Ausbildung moderat im unteren Drittel. Dabei erwartet Sie ein gutes Stück Wissensvorsprung durch eine verantwortungsvolle Ausbildung über mindestens 11 Tage!