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Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich durch eine Überzuckerung des Blutes bemerkbar macht. Je nach Ausprägung und Art der Stoffwechselstörung, kann die Insulinproduktion oder Insulinwirksamkeit als Auslöser der Diabetes in Betracht kommen. Auch eine Kombination von verringerter Wirksamkeit und einem Mangel des zuckerregelnden Hormons Insulin kann auftreten.

Generell muss unterschieden werden zwischen einem Patienten mit Diabetes mellitus und dem Vorliegen eines diabetischen Fußsyndroms. Bei der Diabetes mellitus unterscheiden sich Typ 1 und Typ 2 voneinander. Der Typ 2 Diabetes ist die klassische Altersdiabetes, häufig einhergehend mit Übergewicht. Der Typ 1 Diabetes ist die angeborene oder vererbte Variante der umgangssprachlichen Zuckererkrankung.

Eine weitere Komplikation stellt das diabetische Fußsyndrom dar. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind die Füße betroffen von einem verminderten Schmerzempfinden durch mangelnde Durchblutung. Diese fehlende Durchblutung der Gliedmaßen sorgt parallel dazu, dass selbst kleinste Wunden schlecht und nur sehr langsam heilen. Für das Entstehen dieser Wunden reichen kleinste Unfälle wie ein Stoß oder ein Kratzer bereits aus. Hinzu kommt, dass die Betroffenen die Verletzungen selbst nicht spüren und deshalb oft nicht zeitig reagieren können. Häufig sind an den Zehen starke Verhornungen erkennbar, die entstehenden Risse führen unbehandelt zu tiefen Wunden und können schlimmstenfalls mit Keimen infiziert werden.

Mit dem Inkrafttreten des Podologengesetzes (PodG) am 02. Januar 2002 obliegt die Behandlung der Risikogruppe Diabetes mellitus nur noch Ärzten, Heilpraktikern und Diabetologen. Eine Ausnahme ist die Fußpflegebehandlung. Hier gilt, das der Podologe einen Diabetiker nach ausdrücklicher ärztlicher Anweisung behandeln darf. Betroffen sind im Besonderen Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom.

Seit 2002 sind in Deutschland ca. 5000 zugelassene Podologen tätig. Dem gegenüber stehen derzeit rund 9 Millionen Diabetiker. Wir halten noch einmal fest: Rein rechtlich dürfen weder Podologen, noch Fachfußpfleger Diabetiker behandeln. Podologen dürfen erst nach ärztlicher Verordnung und Vorlage eines Attests tätig werden.

Diese Situation führt zu einer erheblichen Unterversorgung der Diabetiker durch zugelassene medizinische Fußpfleger. In der Folge hat das Gesundheitssystem mit enormen Folgekosten durch nicht oder nur unzureichend versorgte Diabetiker zu rechnen. Der diabetische Fuß ist Ursache für zwei Drittel aller Amputationen und tritt überwiegend bei Typ 2 Diabetes auf.

Einige Gesundheitsämter vergeben deshalb in Ausnahmefällen und im Rahmen einer Einzelfallgenehmigung speziell geschulten und qualifizierten Fachfußpfleger die Behandlungserlaubnis, Patienten der Risikogruppe Diabetes mellitus zu behandeln.

Hierzu ist in der Regel der Nachweis einiger Zusatzausbildungen nötig. Erforderlich ist z.B. ein Seminar, das sich mit Diabetikern als Risikogruppe in der Fußpflege auseinandersetzt. Darüber hinaus werden umfangreiche Hygienekenntnisse verlangt, die z.B. im Rahmen des 30-stündigen Sachkundenachweises gemäß der Infektionshygieneverordnung vermittelt werden.

Patienten, die an einem diabetischen Fußsyndrom leiden, dürfen aber auch nach einer im Einzelfall erteilten Genehmigung durch die Gesundheitsbehörden nicht von Fußpflegern oder Fachfußpflegern behandelt werden.